Selbstredend
Kein Zweiter, der zumisst,
kein Außen, das wägt.
Nur das, was da ist;
nicht sagt, dass es trägt.
Es spricht nicht, und dennoch
wird still es gehört.
Im Schauen. Kein Wortloch.
Kein Abstand, der stört.
Dazwischen liegt nichts.
Nur Blick und das Auge.
Beschreibung des Lichts
zu dicht, dass sie tauge.
Metapher vom Glas,
das nicht mehr trennt,
nur lässt – kann auf DAS
bloß zeigen. Benennt
mir jemand, was formlos
und trotzdem nicht leer?
Im Grunde, im Taumoos.
Kein Sprechen. Nicht mehr
als das, was sich kennt,
von selbst sich versteht.
Begrifflos verbrennt.
Nicht bleibt noch vergeht.
Karin Lühr, Juni 2026