Der Feindsal unseliges Murren
Ja, aber …, Argumenteklauben,
Herumgemurrmel: Lässt ertauben
für Buckelwalgesangsfrequenzen;
Mitläufertums verwelkten Lenzen
lächeln Delfine sanft ins Herz:
Ein „r“ zu viel zum Glücklichsein.
Dies lehren wird dich nur dein Schmerz,
denn Kriegsgeschrei bringt neue Pein.
Statt hingegeben Friedenstänzen,
gehorsam göttlichen Sentenzen –
Du sollst nicht töten und nicht rauben! –
der Feindbild-Propaganda glauben:
Kein Hund frisst solche sauren Trauben
und bleibt am Leben. Pferde schnauben
und weisen Reiter in die Grenzen,
weil grausam, voller Dekadenzen,
sie Barfußgänger (meersalzwärts
gewaltlos folgend edlen Reihn
ab einem zwölften heil’gen März;
wie Kinder: wehrlos, arm und klein)
zermalmen. Jene: Siegeskränzen
geneigt, die unsichtbar erglänzen;
der Unbeugsamen Haupt belauben,
wo Gandhis Salzmarsch-Wege stauben:
Ihr Lohn, gewaltlos durchzustehen,
wo Herrscher über Leichen gehen,
ist Friedensdividende. Sehen
wird nur, wer Ohren hat. Vergehen
wird alter Kampf von Machtideen,
wenn Fahnen einst Veränd’rung wehen,
die sich niemals nach Winden drehen:
Die weißen, die um Frieden flehen;
um Waffenruhe, ruhige Ehen
für der Soldaten Marscharmeen,
die ihre Brüder niedermähen –
bis sie in ihrer Tränen Seen
ertrinken. Sinken, getroffen. Dann
liegt Stille auf dem blut’gen Feld.
Trotz Ackerrille blieb er „Held“,
wird uns erneut erzählt. Bis wann?
Bis dieser Tod nicht unvermeldt,
weil es der Obrigkeit gefällt,
und aufschreilos geschehen kann;
wenn nicht nur Hähne lautstark krähen,
weil ich verleugne, statt zu säen.
Der Feindsal unseliges Murren: Man
meint, es sei doch gut bestellt
ums eigne Land? Wer Wache hält,
der weigert sich, zu hassen; sann
im Geiste nach, was Geist erhellt,
was nicht zu haben ist mit Geld:
Die Lammesliebe, die umspann.