Im Juli wurde ich auf die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ des Schriftstellers Wolfgang Borchert aufmerksam gemacht. Sie erschien in der Nachkriegszeit im Jahr 1947.
Bei YouTube fand ich eine Kurzverfilmung des Inhalts, die mich ebenfalls sehr bewegt hat:
https://youtu.be/-yuEv-r_AFQ?feature=shared
Direkt im Anschluss entstanden die folgenden Zeilen:
Mitgefühl
Mehr Trägersysteme für Bomben –
liefert die Industrie genug?
Der Deal: Er steht.
Auf Trümmern, die seinen Bruder begruben,
sitzend noch immer
Borchers Junge, der wacht:
Schlafen die Ratten
in der Nacht?
Aus einem offenen Herzen
fließt Mitgefühl
im Niederknien.
Aufrichtig ihm versprochen. Nun warten. Auch
ein Lindenzweig in seinem Sammelkorb? Vielleicht.
Wir wissen: Siebenundzwanzig warten auf Futter.
Dass bloß niemand währenddessen
das weiße Kaninchen stahl! Doch falls:
Dann hält er ihn trotzdem, der Halter, aufrecht –
bis ihm, der neun ist (sein Bruder war vier)
langsam das neue Zuhause
ersteht: Wie Auferstehung
im Gehen.