Sichtbarkeit - Autorin Karin Lühr - Newsletter Oktober 2024

Sichtbarkeit - Autorin Karin Lühr - Newsletter Oktober 2024

Sichtbarkeit

In den vergangenen Tagen war es möglich, mich wieder intensiver mit meinem Buchvorhaben zum Thema Migränekopfschmerz zu beschäftigen.

 

Auf der Suche nach niedrigschwelliger professioneller Hilfe bin ich dankbar fündig geworden bei yvonnekraus.de: „Meilensteinkarten für dein Expertenbuch“. Die insgesamt 40 Karten mit knapp-präziser Anleitung passen perfekt zum Stichwort „Abkürzung“, welches sich im Laufe dieses Jahres für mich zum wichtigsten Kriterium entwickelt hat – obwohl mir bewusst ist, dass manche Reifungsprozesse nicht zu beschleunigen oder gar zu erzwingen sind.

 

Zur Kategorie Sachbuch gehört auch das Memoir bzw. Erfahrungsbuch. Diesem Genre-Begriff bin ich tatsächlich erst dieser Tage näher begegnet und er gefällt mir, da ich ja an keinem Ratgeber-Band schreibe und kein Coach bin. Mein Arbeitsbuch, meine eigene Fibel als kleines Handbuch; ein im eigenen Leben bewährter Kompass, der durch schwierige Tage hilft: So in etwa wird es und in dieser Richtung hatte ich ja bereits in vorausgegangenen Newslettern laut nachgedacht.

 

Der Untertitel könnte lauten: „Ein unvollendetes Erfahrungsbuch zum Mitgehen“ :-)

 

Yvonnes Bezeichnung „Expertenbuch“ nehme ich einfach an, ohne mich mit einer längeren Erörterung aufzuhalten, ob das in meinem Fall passend ist oder nicht. Gewisse „Sachkundigkeit“ ist vorhanden; beim „praktischen Handlungswissen“ greift mein Bestreben, nichts zu beschreiben, was nicht ein Wissen ‚aus erster Hand‘ ist, und als vom Gesundheitsproblem selbst Betroffene ist meine „Ergebnisbeurteilung“ durch die eingeübte Fähigkeit zur neutralen (autodistanten) Beobachtung recht hilfreich.1

 

Meilensteinkarten, Schritt 4 (gehört noch zur „Phase 0: Vorbereitung“): „Jetzt schon ans Marketing denken“ - ich zitiere: „Der häufigste Fehler im Buchmarketing ist kein Buchmarketing. Der zweithäufigste: zu spät anfangen. Dir passiert das zum Glück nicht, denn du beginnst jetzt schon mit deinem Buchmarketing. Dokumentiere dazu deinen Schreibprozess öffentlich. Poste, blogge oder schreibe ab jetzt wöchentlich darüber, was gerade bei der Arbeit an deinem Buch passiert – in allen Phasen und auch nach der Veröffentlichung.“

 

Dies gab Anlass zu einer Gedankenschleife; in etwa wie folgt:

 

Ja, es kommt vor: Ab und zu dokumentiere ich äußeres oder inneres Geschehen im Zusammenhang mit meiner Autorentätigkeit öffentlich. Das geschieht spontan und unsystematisch, eher im Sinne einer gelegentlichen Selbstreflexion; vielleicht sogar als Lyriktext mit meditativem Charakter.

 

Die Idee zum Kopfschmerz-Buch kam um die Jahreswende 2021/2022. Eines war mir von Anfang an klar: Ein Buch zu schreiben ist ein größeres Vorhaben, und das braucht seine Zeit. Wenn ich zu Beginn ca. zwei Jahre dafür veranschlagt hatte, könnte ich am heutigen Tag sagen: Um ehrlich zu sein, unvorhersehbar viel Zeit – einschließlich aller am Startpunkt noch nicht vorausschauend gesehenen Verzögerungen aus verschiedensten guten Gründen. Aber ich erkenne einen der Unterschiede zwischen einem Vorhaben und einem Projekt: Während ein Vorhaben eine Aufgabe auf unbestimmte Zeit ist, hat ein Projekt immer eine zeitliche Begrenzung durch einen festen Zieltermin.2

 

Da der 31.12.2023 als Ablauf meiner ursprünglichen Zweijahresfrist bereits verstrichen ist, aber ich gleichzeitig deutlich wahrnehme, dass die nächste selbstgesetzte Deadline den Leistungsdruck (bei immer noch häufig die Oberhand gewinnendem perfektionistischem Selbstanspruch) dermaßen erhöht, dass es kontraproduktiv wird, entscheide ich mich – mit Augenzwinkern – für das Folgende:

 

Zu einem Begriff Zuflucht zu nehmen, der auch im Bereich des kreativen Schreibens immer mal wieder auftaucht: die „Challenge“. Und wie ihr wisst, habe ich meine Abkürzungsherausforderung bereits angenommen! Diese Entschlossenheit wird vom Leben sofort beantwortet – wie ich aktuell deutlich zu spüren glaube (Flow-Phase; Strukturierungsfortschritte zeigen sich endlich).

 

Im Koordinatensystem von Belastung und Belastbarkeit im grünen Bereich zu bleiben erfordert, die einmal erkannte Prioritätenhierarchie tatsächlich mehr oder weniger einzuhalten. Statt mit größerer Effizienz einem Zielpunkt entgegenzueilen, nur Arbeitsausfall provozieren durch vermehrt auftretende Kopfschmerzattacken– das bringt es doch nicht. 

Manchmal spüre ich, dass ich ein bisschen Angst habe vor der Frage: „Naaaaa – wie weit bist du denn mit der Arbeit an deinem Buch?“

 

Hier und da realisiere ich, dass es durchaus hilfreich ist, dass ich mich mit meiner Entscheidung festgelegt und diese auch publik gemacht habe. 

 

Was das Zeitmanagement betrifft, lerne ich vermutlich (meiner Einschätzung nach) langsam und allmählich dazu.


Autorin Karin Lühr Bad Harzburg Harz - Newsletter

Wenn ich - wie die Empfehlung auf der Meilensteinkarte nahelegt - versuche, parallel zum Schreiben eine konsequente Buchmarketingstrategie zu etablieren, muss ich mich dann wirklich zwingen, schleunigst und mühsam etwas Entsprechendes nachzuahmen? Es widerstrebt mir, obgleich ich spätestens ab dem kommenden Jahr mehr Einnahmen erzielen möchte (bzw. müsste).

 

Selbst auf Formen des „Soft Marketing“ (angeblich gut geeignet für Menschen, die das Laute und Grelle weder mögen noch können) habe ich keine Lust. Meinem Empfinden nach wird durch die Entwicklung von unablässigen Werbeavancen, z. B. in den Social Media, sehr viel kreative Energie gebunden und steht (aufgrund des laufenden Betreibens dieser Geschäfte) nicht mehr frei zur Verfügung für die wesentlichen Abläufe – beispielsweise in einer kleinen Schreibwerkstatt! ;-) 

 

Wenn ich aus Existenzängsten heraus meine Seele verkaufte, tauschte ich Essenzielles ein für etwas von geringerem Wert: Ich hätte zum eigenen Schaden einen der machtvollsten Sätze vergessen, die je überliefert wurden: „Eins aber ist not.“3

 

Worauf ich die Kraft meiner Aufmerksamkeit richte, spielt erfahrungsgemäß die entscheidende Rolle bei der eigenen Lebensführung, beim sogenannten „Selbstmanagement“.

 

Hier ein Netzfund, der das Letztere definiert; bezeichnenderweise nennt sich die Website „Karrierebibel“:

 

„Selbstmanagement ist die Fähigkeit, seine berufliche Entwicklung sowie das persönliche Wachstum eigenständig und unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten.“4

 

Aus dem intellektuellen Gehalt dieses einen Satzes sind sicherlich Regale füllende Druck-Erzeugnisse und noch unzähligere Netzinhalte entstanden. Mein schnelles Fazit in diesem Augenblick: „Unabhängig von äußeren Einflüssen“ schließt (umgekehrt) auch ein, dass ich die potenziellen Leser meines Buches genauso wertschätze wie mich selber: Weil sie so unantastbar souverän sind, setze ich sie nicht einem drängenden Beeinflussungsbemühen aus. 

 

Wöchentliche Posts: Kling das nicht sehr nach „Steter Tropfen höhlt den Stein …“? Wobei das Ergebnis einer Naturbeobachtung zur Intention des aktiv Werbenden ver-wendet/umgedreht wurde – irgendwie verkehrt, oder nicht?

 

Meine Gedanken liefen dann in diese Richtung weiter:

 

Öffentliche Dokumentation schafft Sichtbarkeit dafür, dass Schreiben ein Prozess, eine sich entfaltende Fortentwicklung ist, und lässt das vom Autor gewählte Thema sowie die Schritte, die er selber geht, für alle Beteiligten klarer hervortreten.

 

„Sichtbarkeit“ ist zwar ein Begriff, der in der (digitalen) Werbebranche häufig verwendet wird, aber deshalb kann er noch lange nicht als ‚beschlagnahmt‘ gelten.

 

Meinem Abkürzungsprinzip zumindest relativ treu bleibend, habe ich die interessanten (den Verstand gleich wieder ködernden) philosophischen Überlegungen eines Netzfundes5 kaum mehr als überflogen: Hand aufs Herz :-)

 

Resümee: Sichtbarkeit geht von dem aus, was gesehen wird, weil es sich mitteilt. Der Leser bekommt Anteil daran, indem er liest.

 

Das Schreiben eines Textes macht Unsichtbares aus der Welt der Autorin sichtbar. Der Leser kann seine Aufmerksamkeit frei dem zuwenden, was für ihn sichtbar geworden ist. Es besteht keine Absicht, ihn zu manipulieren, indem ihm das Objekt ständig (werbend) vors Auge gehalten wird; die Intention besteht nicht darin, ihn zu ‚fesseln‘.

 

Sichtbarkeit ist Teilen und Teilen ist Fürsorge auf Augenhöhe – und kein (wenngleich gut gemeinter, aber letztlich doch ‚gewalttätiger‘) Ratschlag. 

 

Bloße Sichtbarkeit ist also im Grunde Gewaltlosigkeit.

 

Ein Looping im Kopf? Könnte stimmen. Aber keine Endlosschleife, denn das Karussell kommt JETZT zum Stillstand.

 

Das Spiel, das wir spielen dürfen, heißt halt manchmal Verstecken – und manchmal Sichtbarwerden. 

 

Vom Loslassen, vom Überwinden von Schreibblockaden handelt meine kleine Geschichte „Die Einladung“. Sie war mir für den Schreibwettbewerb „Buchstaben im Kopf“ eingefallen, den unsere Buchhandlung „Bücher-Heimat“ hier in Bad Harzburg am 1. Februar ausgeschrieben hatte. Er kam am 18. September mit der Preisverleihung an die Sieger der jeweiligen Altersgruppen zum Abschluss. In meiner Altersgruppe 60+ hat die Bad Harzburger Autorin Barbara Acksteiner mit ihrem Beitrag die Jury überzeugen können. Auf der Internetseite der Bücher-Heimat könnt Ihr einen schönen (bebilderten) Bericht darüber finden: die-buecherheimat.de/2024/09/18/ein-grosses-gewinner-buch.
Die Einsendungen befinden sich zum Nachlesen auch weiterhin online: schreiben.die-buecherheimat.de. Außerdem wird das Buch in gedruckter Form hier in unserer Buchhandlung verkauft.

 

Am 4. Juni hatte ich eine überraschende Sprachnachricht auf meinem Anrufbeantworter, am 9. Juli fand ein erstes Treffen von Bad Harzburger Autoren im Hinblick auf das 1. Literaturfest Bad Harzburg in einer lokalen Eisdiele statt, und am 27. September habe ich nachmittags zum allerersten Mal vor einem Mikrophon gesessen, um mit eigenen Texten bei einer öffentlichen Veranstaltung dabei zu sein. Wer ggf. einen der vorgelesenen Texte in Ruhe auf sich wirken lassen will: Auf meiner Website sind alle als PDF eingestellt.  

 

www.karin-luehr.de/images/pdf/texte-erste-bad-harzburger-literaturfest-karin-luehr.pdf

 

Die Goslarsche Zeitung und das Harzer Panorama am Sonntag haben im Vorfeld mehrfach über das dreitägige Literaturfest berichtet; am Montag danach erschien nochmals ein Artikel in der GZ. 

 

In meinem Instagram-Account habe ich einige Infos dazu gepostet, siehe: www.instagram.com/autorin.karin.luehr

 

Stichwort Instagram: Da gibt es eine Assoziation zum heutigen Schlüsselwort „Sichtbarkeit“. 

 

Als dieses Wort in einem Gespräch nochmals fiel (nachdem ich’s einige Zeit zuvor ignoriert oder nahezu abgewehrt hatte), war mein Profil tatsächlich wenig später durch freundliche Hilfe online. Ich habe mich (ganz im Gegensatz zu Facebook) in diese virtuelle Umgebung mittlerweile etwas eingelebt und dort eines Tages die Bad Harzburger Autorin Barbara Acksteiner entdeckt und kontaktiert (noch bevor ich überhaupt etwas vom Literaturfest in Planung wusste).

 

Barbara hat mittlerweile eine Website als Plattform zur weiteren lokalen Vernetzung aufgebaut und einen Autorenkreis für ein unterstützendes Miteinander angeregt: www.bad-harzburger-autoren.de

 

Hiermit ist diese Seite den Newsletter-Lesern bekannt gegeben – und ich merke gerade, dass mein Oktober-Text sich in Richtung dessen bewegt, was im Allgemeinen mit dem Begriff „Newsletter“ im engeren Sinne in Verbindung gebracht wird … ;-) 

 

Was nicht heißt, dass mir dieses monatliche Format nicht auch weiterhin dazu dienen wird, ganz einfach und kommentarlos einen neuen lyrischen Kurztext zu veröffentlichen. 

 

Meine ganz kurzen Texte findet Ihr (das ist für mich ohne technische Hilfe zu meistern) in unregelmäßigen Abständen bei Instagram – eine Verpflichtung, dort ‚liefern‘ zu müssen, bin ich nicht eingegangen; es ist ein freies Teilen. 

 

Es gibt noch eine weitere Neuigkeit: Im Dezember darf ich im Rahmen der „Goslarer Märchentage“ meine im Sommer eingesandte Geschichte auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt vorlesen. Sie ist ins Buch aufgenommen worden, für das ein Wettbewerb ausgeschrieben war und ich freue mich sehr, bei diesem wunderschönen Projekt dabei zu sein!

 

Abschließend wieder ein ganz herzliches DANKESCHÖN an alle, die mich auf vielfältige Weise unterstützt haben!


1 Vgl. Artikelzeilen 1-4 bei de.wikipedia.org/wiki/Experte; letzter Zugriff am 25.10.2024

2 Vgl. projekte-leicht-gemacht.de/blog/projektmanagement/6-merkmale-projekt; letzter Zugriff am 25.10.2024

3 Lukas 10,42: Jesus, Marta und Maria

4 karrierebibel.de/selbstmanagement; letzter Zugriff am 24.10.2024

5 www.deutschlandfunk.de/das-unsichtbare-100.html; letzter Zugriff am 24.10.2024


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Karin Lühr| Autorin | Am Mühlenbach 5 | 38667 Bad Harzburg

Tel. 05322 559414 | info@karin-luehr.de | www.karin-luehr.de



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