Wenn ich - wie die Empfehlung auf der Meilensteinkarte nahelegt - versuche, parallel zum Schreiben eine konsequente Buchmarketingstrategie zu etablieren, muss ich mich dann wirklich zwingen, schleunigst und mühsam etwas Entsprechendes nachzuahmen? Es widerstrebt mir, obgleich ich spätestens ab dem kommenden Jahr mehr Einnahmen erzielen möchte (bzw. müsste).
Selbst auf Formen des „Soft Marketing“ (angeblich gut geeignet für Menschen, die das Laute und Grelle weder mögen noch können) habe ich keine Lust. Meinem Empfinden nach wird durch die Entwicklung von unablässigen Werbeavancen, z. B. in den Social Media, sehr viel kreative Energie gebunden und steht (aufgrund des laufenden Betreibens dieser Geschäfte) nicht mehr frei zur Verfügung für die wesentlichen Abläufe – beispielsweise in einer kleinen Schreibwerkstatt! ;-)
Wenn ich aus Existenzängsten heraus meine Seele verkaufte, tauschte ich Essenzielles ein für etwas von geringerem Wert: Ich hätte zum eigenen Schaden einen der machtvollsten Sätze vergessen, die je überliefert wurden: „Eins aber ist not.“3
Worauf ich die Kraft meiner Aufmerksamkeit richte, spielt erfahrungsgemäß die entscheidende Rolle bei der eigenen Lebensführung, beim sogenannten „Selbstmanagement“.
Hier ein Netzfund, der das Letztere definiert; bezeichnenderweise nennt sich die Website „Karrierebibel“:
„Selbstmanagement ist die Fähigkeit, seine berufliche Entwicklung sowie das persönliche Wachstum eigenständig und unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten.“4
Aus dem intellektuellen Gehalt dieses einen Satzes sind sicherlich Regale füllende Druck-Erzeugnisse und noch unzähligere Netzinhalte entstanden. Mein schnelles Fazit in diesem Augenblick: „Unabhängig von äußeren Einflüssen“ schließt (umgekehrt) auch ein, dass ich die potenziellen Leser meines Buches genauso wertschätze wie mich selber: Weil sie so unantastbar souverän sind, setze ich sie nicht einem drängenden Beeinflussungsbemühen aus.
Wöchentliche Posts: Kling das nicht sehr nach „Steter Tropfen höhlt den Stein …“? Wobei das Ergebnis einer Naturbeobachtung zur Intention des aktiv Werbenden ver-wendet/umgedreht wurde – irgendwie verkehrt, oder nicht?
Meine Gedanken liefen dann in diese Richtung weiter:
Öffentliche Dokumentation schafft Sichtbarkeit dafür, dass Schreiben ein Prozess, eine sich entfaltende Fortentwicklung ist, und lässt das vom Autor gewählte Thema sowie die Schritte, die er selber geht, für alle Beteiligten klarer hervortreten.
„Sichtbarkeit“ ist zwar ein Begriff, der in der (digitalen) Werbebranche häufig verwendet wird, aber deshalb kann er noch lange nicht als ‚beschlagnahmt‘ gelten.
Meinem Abkürzungsprinzip zumindest relativ treu bleibend, habe ich die interessanten (den Verstand gleich wieder ködernden) philosophischen Überlegungen eines Netzfundes5 kaum mehr als überflogen: Hand aufs Herz :-)
Resümee: Sichtbarkeit geht von dem aus, was gesehen wird, weil es sich mitteilt. Der Leser bekommt Anteil daran, indem er liest.
Das Schreiben eines Textes macht Unsichtbares aus der Welt der Autorin sichtbar. Der Leser kann seine Aufmerksamkeit frei dem zuwenden, was für ihn sichtbar geworden ist. Es besteht keine Absicht, ihn zu manipulieren, indem ihm das Objekt ständig (werbend) vors Auge gehalten wird; die Intention besteht nicht darin, ihn zu ‚fesseln‘.
Sichtbarkeit ist Teilen und Teilen ist Fürsorge auf Augenhöhe – und kein (wenngleich gut gemeinter, aber letztlich doch ‚gewalttätiger‘) Ratschlag.
Bloße Sichtbarkeit ist also im Grunde Gewaltlosigkeit.
Ein Looping im Kopf? Könnte stimmen. Aber keine Endlosschleife, denn das Karussell kommt JETZT zum Stillstand.
Das Spiel, das wir spielen dürfen, heißt halt manchmal Verstecken – und manchmal Sichtbarwerden.
Vom Loslassen, vom Überwinden von Schreibblockaden handelt meine kleine Geschichte „Die Einladung“. Sie war mir für den Schreibwettbewerb „Buchstaben im Kopf“ eingefallen, den unsere Buchhandlung „Bücher-Heimat“ hier in Bad Harzburg am 1. Februar ausgeschrieben hatte. Er kam am 18. September mit der Preisverleihung an die Sieger der jeweiligen Altersgruppen zum Abschluss. In meiner Altersgruppe 60+ hat die Bad Harzburger Autorin Barbara Acksteiner mit ihrem Beitrag die Jury überzeugen können. Auf der Internetseite der Bücher-Heimat könnt Ihr einen schönen (bebilderten) Bericht darüber finden: die-buecherheimat.de/2024/09/18/ein-grosses-gewinner-buch.
Die Einsendungen befinden sich zum Nachlesen auch weiterhin online: schreiben.die-buecherheimat.de. Außerdem wird das Buch in gedruckter Form hier in unserer Buchhandlung verkauft.
Am 4. Juni hatte ich eine überraschende Sprachnachricht auf meinem Anrufbeantworter, am 9. Juli fand ein erstes Treffen von Bad Harzburger Autoren im Hinblick auf das 1. Literaturfest Bad Harzburg in einer lokalen Eisdiele statt, und am 27. September habe ich nachmittags zum allerersten Mal vor einem Mikrophon gesessen, um mit eigenen Texten bei einer öffentlichen Veranstaltung dabei zu sein. Wer ggf. einen der vorgelesenen Texte in Ruhe auf sich wirken lassen will: Auf meiner Website sind alle als PDF eingestellt.
www.karin-luehr.de/images/pdf/texte-erste-bad-harzburger-literaturfest-karin-luehr.pdf
Die Goslarsche Zeitung und das Harzer Panorama am Sonntag haben im Vorfeld mehrfach über das dreitägige Literaturfest berichtet; am Montag danach erschien nochmals ein Artikel in der GZ.
In meinem Instagram-Account habe ich einige Infos dazu gepostet, siehe: www.instagram.com/autorin.karin.luehr
Stichwort Instagram: Da gibt es eine Assoziation zum heutigen Schlüsselwort „Sichtbarkeit“.
Als dieses Wort in einem Gespräch nochmals fiel (nachdem ich’s einige Zeit zuvor ignoriert oder nahezu abgewehrt hatte), war mein Profil tatsächlich wenig später durch freundliche Hilfe online. Ich habe mich (ganz im Gegensatz zu Facebook) in diese virtuelle Umgebung mittlerweile etwas eingelebt und dort eines Tages die Bad Harzburger Autorin Barbara Acksteiner entdeckt und kontaktiert (noch bevor ich überhaupt etwas vom Literaturfest in Planung wusste).
Barbara hat mittlerweile eine Website als Plattform zur weiteren lokalen Vernetzung aufgebaut und einen Autorenkreis für ein unterstützendes Miteinander angeregt: www.bad-harzburger-autoren.de
Hiermit ist diese Seite den Newsletter-Lesern bekannt gegeben – und ich merke gerade, dass mein Oktober-Text sich in Richtung dessen bewegt, was im Allgemeinen mit dem Begriff „Newsletter“ im engeren Sinne in Verbindung gebracht wird … ;-)
Was nicht heißt, dass mir dieses monatliche Format nicht auch weiterhin dazu dienen wird, ganz einfach und kommentarlos einen neuen lyrischen Kurztext zu veröffentlichen.
Meine ganz kurzen Texte findet Ihr (das ist für mich ohne technische Hilfe zu meistern) in unregelmäßigen Abständen bei Instagram – eine Verpflichtung, dort ‚liefern‘ zu müssen, bin ich nicht eingegangen; es ist ein freies Teilen.
Es gibt noch eine weitere Neuigkeit: Im Dezember darf ich im Rahmen der „Goslarer Märchentage“ meine im Sommer eingesandte Geschichte auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt vorlesen. Sie ist ins Buch aufgenommen worden, für das ein Wettbewerb ausgeschrieben war und ich freue mich sehr, bei diesem wunderschönen Projekt dabei zu sein!
Abschließend wieder ein ganz herzliches DANKESCHÖN an alle, die mich auf vielfältige Weise unterstützt haben!