Wann schmelzen die Mauern der Angst? - Autorin Karin Lühr - Newsletter Oktober 2023

Wann schmelzen die Mauern der Angst? - Autorin Karin Lühr - Newsletter Oktober 2023

Wann schmelzen die Mauern der Angst?

Der 7. Oktober hat diesen Monat markiert. Zwei Verwandte waren an diesem Wochenende bei mir zu Besuch. Wir wollten zusammen wandern und alte Freunde wiedersehen. Beide Frauen waren in vorangegangenen Jahren bereits in Israel gewesen; sie haben dort Gemeinschaften friedlichen Zusammenlebens erfahren. Eine der beiden hatte für diesen Herbst erneut eine Reise geplant und seit Jahresbeginn vorbereitet. Diese wurde nun abgesagt.

 

Selber bin ich noch nie in den Nahen Osten gereist, aber habe immer wieder Menschen mit sehr unterschiedlichen Perspektiven zugehört. 

 

Ich lade Euch heute ein, die Bilder und Klänge eines Videos mit Yael Deckelbaum aus dem Jahr 2017 in Ruhe auf Euch wirken zu lassen.1 Wenn wir ganz in der Wahrnehmung, im Schauen und Hören bleiben bzw. trotz der auftretenden Ablenkungen immer wieder dorthin zurückkehren, werden wir der Gegenwart gewahr. Wir geben ihr mehr Raum in uns, ohne dass das diskursive Denken des Verstandes sich sofort hineindrängt und wir möglicherweise überstürzt in Aktionismus verfallen. Reine Wahrnehmung führt in die innere Stille. In der Stille ist Klarheit und aus dieser können immer neu das Zuhören und gegebenenfalls auch Handlungen erwachsen.

 

In diesem Newsletter findet Ihr nachfolgend ein Friedensgedicht, das ich am 21./22.10.2023 geschrieben habe. ‚Mittendrin‘ sandte mir eine Freundin den Video-Link zu …

 

1 Yael Deckelbaum - Prayer Of The Mothers (Official Video): https://www.youtube.com/watch?v=YyFM-pWdqrY


 


Wie ihr auch heißt …

Verwundung durch Gedankendornen,

Gestrüpp unwegsam, aus dem erst

die Wortgeschosse voller Zornen

auf Stacheldraht-Errichter treffen

(darunter Väter, Söhne, Neffen …) –

bis schließlich in der Stadt ein schwerst

Getroff‘ner liegt … (Um anzuspornen,

ein Bild?) Die Weisheit fragt: „Verwehrst

du jeden Fingerzeig aus Erz?“


Mit Yael, Judith und Amyra,

Sumaya, Rahel, Raani, Sara:

Erhebt die Hände himmelwärts!


Wer schrie aus Hass, wer blieb untröstlich

zurück, Verlust beweinend? Wer

- den Nachbarn schießen hörend – birgt sich

noch schnell genug mit all den Seinen

in Sicherheit? Das laute Weinen:

Wie ihr auch heißt, es schmerzt so sehr …

Erschütterung der Welt erfasst mich.

Ich suche Halt, denn allzu schwer

wiegt diese Last. --- „Wer fühlt den Schmerz?“ ---


Die Kinder von Samira, Hannah,

Shoshanna, Reem, Maria, Fadwa:

Sie sehnen sich nach Spiel und Scherz!


Nach innen geht der Blick; er lässt

das kleine Display los. Die Weite:

Vertraut … „Ihr Grenzenlosen messt

mit einem fremden engen Maße

und teilt in zwei die Heimatstraße …“

Entfremdung spricht von ‚meiner‘ Seite

und ‚deiner‘ (streng getrennt), doch nässt

ein Segensregen alles … Breite

den Frieden aus, o EINES Herz!


Rabea (Frühling) und Aviva,

Bahar und Layla mit Talitha:

„Salam!“, „Shalom!“ - von März bis März …!


 



Karin Lühr| Autorin | Am Mühlenbach 5 | 38667 Bad Harzburg

Tel. 05322 559414 | info@karin-luehr.de | www.karin-luehr.de


‍Vom Newsletter ‍abmelden